HDCP 2.2 - Alle Infos zu HDCP und HDCP 2.2

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Die Auflösungen der digitalen Videowiedergabe steigen stetig. Während sich Full HD mittlerweile flächendeckend durchgesetzt hat, gewinnt Ultra HD (4K) mit einer gegenüber Full HD weiteren Vervierfachung der Pixelzahl mehr und mehr an Bedeutung.

Sowohl ultra-hochauflösende Inhalte als auch Abspiel- und Anzeigegeräte wie 4K-Monitore oder -Fernseher sind in großer Zahl am Markt verfügbar. Allerdings gilt es einige Voraussetzungen zu beachten, damit der Bildschirm beim Abspielen der 4K-Inhalte nicht dunkel bleibt. Eine zwingende Voraussetzung ist, dass die komplette Wiedergabekette den neuen Kopierschutzstandard HDCP 2.2 unterstützt.

Was HDCP ist, wie es funktioniert und was es mit der Version HDCP 2.2 des Kopierschutzes auf sich hat, erfahren Sie in folgendem Artikel.

 

Grundsätzliches zum Kopierschutz HDCP und zu dessen Funktionsweise

Die Abkürzung HDCP steht für High-bandwidth Digital Content Protection. Es handelt sich um einen ursprünglich von Intel entwickelten und 2003 eingeführten Kopierschutz, der auf der Ver- und Entschlüsselung der digitalen Inhalte durch die Abspiel- und Wiedergabegeräte basiert.

Der Kopierschutz wurde für digitale Schnittstellen wie HDMI, DisplayPort oder DVI entwickelt und soll verhindern, dass die digitalen Video- und Audiodaten unerlaubt, in hochauflösender Qualität abgegriffen und kopiert werden. Auf Druck der Filmindustrie, der privaten Fernsehsender und der Pay-TV-Anbieter wurde HDCP quasi zur Pflicht für die HD-fähigen Geräte.

Zum Einsatz kommt HDCP beispielsweise beim hochauflösenden Fernsehen, beim Streaming, bei der DVD- oder Blu-ray-Wiedergabe oder bei Spielekonsolen. Sowohl Abspielgeräte als auch Wiedergabegerät müssen HDCP unterstützen.

HDCP ist ein hardwarebasiertes Verfahren und nutzt die Verschlüsselungstechnik (Kryptographie). Wiedergabe- und Abspielgeräte besitzen spezielle Verschlüsselungs- und Entschlüsselungschips. Pro Gerät sind 40 Schlüssel mit einer Länge von jeweils 56 Byte vorgesehen. Die Decoder-Chips der Hersteller müssen von der Digital Content Protection LLC zertifiziert sein. Unter anderem ist eine Bedingung der Zertifizierung, dass die per HDCP-verschlüsselten Inhalte vom Gerät nicht unautorisiert aufgezeichnet werden. Werden HDCP-Geräte miteinander verbunden, identifizieren sie sich gegenseitig in einem Handshake-Verfahren und einigen sich für die Übertragung auf einen Schlüssel.

Erst wenn die Identifikation erfolgreich ist, können die digitalen Inhalte verschlüsselt ausgetauscht werden. Medieninhalte beispielsweise auf einer DVD oder einer Blu-Ray-Disc lassen sich mit einem Media Key Block verschlüsseln. Nur wenn das Abspielgerät über einen gültigen Device Key Block verfügt, sind die Inhalte zu entschlüsseln.

 

Die Besonderheiten der HDCP-Version 2.2

Die neueste Version des HDCP-Kopierschutzes ist HDCP 2.2. Sie wurde im Jahr 2015 zum Standard für das Abspielen und Wiedergeben von 4K-Inhalten.

Im Vergleich zu der etablierten Vorgängerversion HDCP 1.4 wurden Sicherheitslücken geschlossen und die Verschlüsselungstechnik für Ultra-HD-Inhalte weiter optimiert. Leider ist HDCP 2.2 nicht mit den HDCP-Vorgängerversionen kompatibel.

HDCP 2.2 kompatible Anschlüsse - HDMI 2.0 & DisplayPort 1.3
HDCP 2.2 kompatible Anschlüsse – HDMI 2.0 und DisplayPort 1.3

Das bedeutet, Geräte, die nur ältere 1.x-HDCP-Versionen unterstützen, können keine mit HDCP 2.2 geschützten Inhalte wiedergeben. Da HDCP 2.2 hardwarebasiert arbeitet und entsprechend lizenzierte Decoder-Chips notwendig sind, ist es leider nicht möglich, Geräte per Softwareupdate HDCP-2.2-tauglich zu machen.

Die Hardwareunterstützung von HDCP 2.2 ist für die Wiedergabe von 4K-Inhalten zwingend erforderlich. Zur Verbindung der Geräte sind aufgrund der hohen Auflösungen Schnittstellen wie HDMI 2.0 oder DisplayPort 1.3 erforderlich. Darüber hinaus existieren drahtlose Schnittstellen mit HDCP-Unterstützung.

 

Welche Probleme bei der Wiedergabe von 4K-Inhalten auftreten können

Wie in den vorigen Kapiteln erwähnt, muss für die Wiedergabe von 4K-Audio- und Videomaterial die komplette Gerätekette HDCP 2.2 unterstützen. Das betrifft Geräte wie Fernseher, Monitore, Grafikkarten, Satelliten- und Kabel-Receiver, Soundanlagen, Blu-ray-Player, Streaming-Sticks oder Spielekonsolen. Ist nur ein Gerät in der Wiedergabekette nicht HDCP-2.2-kompatibel, bleibt der Bildschirm dunkel.

Auch die zwischengeschalteten Geräte wie AV-Receiver, Soundbars oder Dolby-Surround-Receiver, die die digitalen Bildsignale durchschleifen, benötigen einen lizenzierten HDCP-2.2-Chip. Eine weitere zwingende Voraussetzung zur Wiedergabe des 4K-Materials ist, dass die maximale Verzögerungszeit von 20 Millisekunden eingehalten wird.

Überschreitet die Übertragung der Daten zwischen den einzelnen Geräte 20 Millisekunden, bricht die Verbindung ab.

 

Auf was es zu achten gilt

Damit das Abspielen der 4K-Inhalte gelingt, gilt es schon beim Kauf der Geräte darauf zu achten, dass HDCP 2.2 unterstützt wird. Da der Standard relativ neu ist, ist es selbst bei aktuellen Geräten möglich, dass sie nicht mit der HDCP-2.2-Version kompatibel sind.

Es lohnt sich beim Kauf beispielsweise eines 4K-Monitors einen genauen Blick auf das Datenblatt zu werfen. Sollen beispielsweise Streaming-Sticks mit dem Fernseher oder dem Monitor zum Abspielen von ultra hochauflösenden Filmen verbunden werden, müssen diese ebenfalls HDCP-2.2-kompatibel sein.

Bei Geräten, die vor dem Jahr 2015 gekauft wurden, können Sie sicher sein, dass eine HDCP-2.2-Unterstützung fehlt. Neueste 4K-Geräte unterstützen inzwischen größtenteils HDCP 2.2. Allerdings bedeutet das nicht, dass alle am Gerät vorhandenen HDMI-Schnittstellen mit HDCP 2.2 arbeiten.

Einige Hersteller statten lediglich einen Teil der vorhandenen Schnittstellen mit HDCP aus. Unterstützt ein Monitor oder ein Fernseher nur HDCP 1.4, soll aber trotzdem zur Wiedergabe von 4K-Inhalten genutzt werden, bietet ein zwischengeschalteter bidirektionaler HDCP-Konverter eventuell eine passende Lösung. Diese Konverter sind in der Lage, HDCP 2.2 in HDCP 1.4 und umgekehrt zu wandeln.

Solch ein Konverter kann zum Beispiel zwischen die HDCP-2.2-kompatible Grafikkarte des Rechners und den HDCP-1.4-Monitor geschaltet werden. Es ist darauf zu achten, nur legale Konverter einzusetzen.

 

Bildnachweise:

  • Shutterstock
  • eigene Grafiken

 

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