Reaktionszeit beim Monitor - Reaktionsgeschwindigkeit

[UMFRAGE] Wofür wollen Sie Ihren Monitor hauptsächlich benutzen?

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Typische PC-Monitore unterscheiden sich in unzähligen Details – und dazu zählt auch die Reaktionsgeschwindigkeit. Was dieser Begriff genau bedeutet und ob er für Sie überhaupt eine Rolle spielen sollte, klären wir in diesem Artikel.

 

Was ist die Reaktionszeit beim Bildschirm?

Befinden sich auf dem Bildschirm bewegte Bilder, müssen die individuellen Pixel auf dem Display permanent ihren Zustand ändern. Was eben noch ein kraftvolles Gelb war, kann im nächsten Bild, das auf dem Monitor dargestellt wird, schon ein sehr dunkles Grau sein.

Reaktionszeit bei Monitor
Pro-Gamer spiel auf einem eSports Turnier

Um diesen Zustand zu wechseln, brauchen die Pixel ein wenig Zeit – und die wird im Fachjargon als Reaktionszeit bezeichnet. Sie gibt an, wie schnell ein Pixel seinen Zustand ändern kann. Um den Wert zu messen, kommen zwei Verfahren zum Einsatz:

GTG – Grey-to-grey bezeichnet eine Methode, bei der fünf verschiedene Grauwerte genommen werden. Aus dem Wechsel zwischen diesen Graustufen wird dann die mittlere Übergangszeit zwischen den Zuständen gewählt. Die besten Werte aus diesem Test ergeben dann die Reaktionszeit (üblicherweise im Rahmen weniger Millisekunden)

BTW – Die Black-white-time hingegen schaltet einen Pixel von schwarz auf weiß und wieder zurück. Dann wird geschaut, wie viel Zeit vergeht, bis der 240Hz-Gaming-Monitor von 10% auf 90% Helligkeit hoch- und runterschalten kann. Auch hier kommt am Ende eine Zeit von einigen Millisekunden als Resultat heraus.

In der jüngeren Vergangenheit wurden gerne die BTW-Zeiten genutzt, da diese bei modernen Monitoren schneller sind als die GTG-Zeiten – auch wenn die GTG-Zeiten praxisrelevanter sind.

Niedrige Zahlen sehen aber besser aus, also hat man sich beim Marketing häufig nur auf die BTW-Zeiten gestürzt. Inzwischen hat sich das aber geändert: In jeder halbwegs seriösen Produktbeschreibung oder auch in IPS Monitor Tests wird auch die GTG-Zeit erwähnt.

 

Warum sind Reaktionszeiten interessant?

Reaktionszeiten moderner z.B. PS4 Gaming Monitore bewegen sich im Bereich weniger Millisekunden, zwischen 1 und 5 Millisekunden gelten inzwischen als Norm bei Geräten, die auf eine niedrige Reaktionsgeschwindigkeit Wert legen. Ein kurzer Vergleich zeigt den Unterschied bei den diversen Monitorklassen:

• Der Dell UltraSharp UP2720Q von 2020 bietet beispielsweise 6 Millisekunden (GTG). Es handelt sich um einen typischen Monitor mit 4K-Auflösung für die produktive Arbeit.

• Der Acer Predator XB3, ebenfalls aus dem Jahr 2020, schafft nur 1 Millisekunde (GTG). Mit 1080p-Auflösung, G-Sync und 24 Zoll Diagonale richtet er sich vor allem an Gamer.

Schaut man sich die diversen Monitore an, wird deutlich, dass typische „Produktivmonitore“ für Büros und das Home-Office wesentlich weniger Wert auf eine schnelle Reaktionszeit legen als Geräte für Multimedia und Gaming – und das liegt daran, dass in diesen Bereichen eine gute Reaktionszeit entscheidend sein kann.

Effekte einer zu hohen Reaktionszeit

Vor allem beim Gaming wird deutlich, warum hohe Reaktionszeiten Gift für ein angenehmes Spielerlebnis sind. Nehmen wir an, wir spielen einen First-Person-Shooter und bewegen uns schnell im Kreis (derselbe Effekt wird auch zu beobachten sein in Spielen, in denen Sie eine frei bewegliche Kamera schnell drehen und neigen).

Das gesamte Bild ändert sich in diesen Szenen von Frame zu Frame. Ein Pixel, das eben noch sehr hell und grün war, ist im nächsten Moment vielleicht dunkelrot und ein Bild später komplett weiß. Die einzelnen Pixel ändern somit permanent ihren Zustand und müssen in Sekundenbruchteilen umschalten.

Geschieht dies nicht schnell genug, zeigt ein Pixel noch einige Überreste aus dem vorherigen Frame. Ein Pixel, das eben noch grün war und jetzt rot sein soll, schimmert also beispielsweise noch leicht grünlich, weil die Umschaltung nicht schnell genug erfolgen konnte. Neben den Farbwerten sind auch Helligkeit und Kontrast davon betroffen.

Dies äußert sich konkret so, dass Sie eine mehr oder weniger ausgeprägte Schlierenbildung (Screen Tearing) wahrnehmen werden. Läuft eine Spielfigur von links nach rechts durch das Bild, werden Sie auf einem Monitor mit einer hohen Reaktionszeit eine schwache Silhouette der Figur sehen, die sie scheinbar hinter sich herzieht.

 

Gamer brauchen niedrige Reaktionszeiten

In der Realität ist der beschriebene Effekt äußerst störend und kann auch nicht mit diversen Softwaretricks eliminiert werden. Helfen können Sie sich nur, wenn Sie sich einen Monitor mit einer niedrigen Reaktionszeit anschaffen.

Benutzen Sie Ihren Monitor aber vor allem in Verbindung mit ruhenden Bildern – vielleicht für Dokumente, Tabellen und Webseiten –, werden Sie den Unterschied zwischen niedrigen und hohen Reaktionszeiten gar nicht bemerken. Entscheidend ist dieser Wert daher nur für Gamer und vielleicht empfindliche Film- und Serienfans.

Bildnachweise:
  • Shutterstock

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